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Die Baumeister-Zufriedenheit(08)

Baumeister Glück

Was ist die Baumeister Zufriedenheit?

Lass folgende vage Behauptung auf dich wirken: Es ist nicht möglich, deine Zufriedenheit mithilfe von Bequemlichkeiten und Luxus auf lange Zeit zu sättigen. In dem Song ,,I can’t get no satisfaction“ wird genau das von den Rolling Stones beschrieben.

Ich möchte mit dir einen anderen Weg gehen. Es geht um den Wechsel vom passiven zum aktiven Leben. Konkret will ich auf die Zufriedenheit eingehen, die du erfährst, wenn du dich schöpferischen Tätigkeiten widmest.

Was ist oder bedeutet überhaupt Zufriedenheit?

Hier mal ein kleines Wortspiel zur Auflockerung: In dem Wort Zufriedenheit steckt Frieden. Mit einer kleinen Ergänzung kann man das Wort Einheit noch finden: Zufriede(i)nheit. Kann es also sein, dass ein zufriedener Mensch nie freiwillig in den Krieg zieht? Macht irgendwo Sinn. Anscheinend hatten nicht nur die Rolling Stones Probleme, Zufriedenheit zu finden.

Es ist schlicht und einfach schwierig, zufrieden zu sein und das auch zu bleiben, ohne immer neue Besitztümer heranzuschaffen. Und das Streben nach mehr ist an sich ja nichts Schlimmes, solange man auf dem Weg niemanden verletzt.

In meinen Augen umschreibt das Wort Zufriedenheit ein Gefühl. Ich sage bewusst umschreibt, denn Worte können sich Gefühlen nur annähern, sie aber nie komplett wiedergeben. Zufriedenheit ist das Gefühl eines tiefgreifenden Friedens mit seiner Umgebung, seiner selbst, seiner Zukunft, Vergangenheit und vor allem seiner Gegenwart. In diesem Zustand gibt es keine Trennung, sondern nur Einklang, der als Einheit erfahren wird.

Ich persönlich erlebe den Zustand der Zufriedenheit nicht dauerhaft. Dafür genieße ich den Zustand umso bewusster.

Burg Guimaraes Porto Portugal
Burg Guimaraes, in der Nähe von Porto

Schöpferisch zufrieden sein

Dem Zerstören durch destruktive Kriege steht das Erbauen von Großem und Kleinem gegenüber. Fast jedes Kind liebt Duplo oder Lego. Der Mensch strebt von Natur aus zum schöpferischen Wirken. Wäre das nicht der Fall, so hätten wir viele unserer heutigen Errungenschaften nicht. Der grundsätzliche Antrieb für großartige Erfindungen war nie Geld, Macht oder Anerkennung. Es war immer der Wunsch, eine Vision zum Leben zu erwecken.

Das Gefühl schöpferischer Zufriedenheit kann sich jeder Mensch erschließen, der den Wunsch dazu hat. Du musst nicht das nächste iPhone erfinden, um eine Vision zu verwirklichen. Du kannst auch mit kleineren Projekten starten, um deine Schöpferkraft wiederzuentdecken. Vielleicht entscheidest du dich erst einmal für ein Vogelhaus, einen kleinen Garten, eine Kurzgeschichte, eine Zeichnung oder ein neues Gericht.

Kleine Projekte sind wie Tests vor einer großen Prüfung. Hier findest du heraus, wo deine Stärken und Schwächen sind. Außerdem ist es wichtig, den grundsätzlichen Ablauf eines Projektes kennenzulernen und im besten Fall richtig zu verinnerlichen.

Ablauf eines kleinen Projektes in 5 Schritten

4 Voraussetzungen für einen guten Start:
  1. Du hast die finanziellen Mittel für das benötigte Material und die benötigten Werkzeuge.
  2. Du hast Zugang zu Fachliteratur/Fachleuten, die dir bei deinem Projekt weiterhelfen können, falls du Hilfe benötigst.
  3. Zeit und vor allem auch Willenskraft (wer keine Willenskraft hat, findet Gründe, keine Zeit zu haben).
  4. Du hast eine Vision/Idee für ein Projekt.
Schritt eins: Vision vorstellen

Visualisiere dein Projekt in deinem Cortex. Stell dir die Konturen, Farben, Formen, Größen, Besonderheiten vor. Je mehr Sinne du einbeziehst, desto besser. Wie fühlt es sich an? Rau oder glatt, warm oder kalt? Welchen Geruch könnte es ausströmen, welche Klänge gibt es zu hören?

Du solltest eine konkrete Vorstellung haben, bevor du wirklich anfängst. Das heißt nicht, dass du im Laufe des Projektes keine Änderungen vornehmen darfst. Sieh dich als Kapitän, der auf sein Ziel zusteuert. Wenn ein Hindernis wie ein Eisberg, ein Unwetter oder Sonstiges auf dich zukommt, dann musst du deinen Kurs ändern, um am Ende dein Ziel zu erreichen. Bevor du als Kapitän allerdings die Reise antrittst, hast du eine konkrete Vorstellung von deiner Route. Du schipperst nicht blind ins offene Meer, um dann irgendwo zu landen.

Douro Porto
Porto
Schritt zwei: Modell Versuch

Erschaffe ein kleines Modell deiner Idee. Versuch dabei, wichtige Merkmale mit einzubeziehen und Besonderheiten hervorzuheben. Hier geht es nicht um die Erfüllung einer Funktion, sondern um ihre Darstellung. Das Modell soll keine kleinere Version deines Endresultates werden, sondern einen ersten Entwurf deiner Vision widerspiegeln.

Die einfachste Form wäre eine Zeichnung. Je komplexer deine Vision, desto mehr Aufwand solltest du allerdings in deine Modelle investieren. So kannst du nämlich frühzeitig Stolpersteine und Hindernisse entdecken.

Modelle sind perfekt, um eine ungefähre Abbildung der Realität zu erreichen. Besonders bei abstrakten Dingen tun wir uns leichter, wenn wir anhand von Bildern eine Verknüpfung herstellen können.

Schritt drei: Starte dein Projekt

Du hast nun eine konkrete Vorstellung und weißt ungefähr, welche Hindernisse dich erwarten. Du hast die wichtigsten Materialien, Werkzeuge und das Wissen, um mit der Umsetzung zu beginnen. Mit der richtigen Arbeits- und Schutzkleidung steht dir nichts mehr im Wege. Mach dir feste Zeiten für dein Projekt und setz dir eine Frist, bis wann du fertig sein willst. Sei dabei ehrlich zu dir selbst und nutze das Ganze, um deine Fähigkeiten im Zeitmanagement zu verbessern.

Schritt vier: Verwirkliche deine Vision

Es ist wichtig, ein Projekt auch zu beenden. Erreich also das Ziel, das du dir gesteckt hast, und sei zufrieden mit dir selbst.

Schritt fünf: Bewerte dein Ergebnis

Versuch deine Ergebnisse objektiv zu bewerten. Denk aber daran, dass es anfangs vor allem darum geht, die Freude am Erschaffen wiederzuentdecken.

  1. Wie sieht dein Ergebnis im Vergleich zu deiner ersten Vorstellung und deinen Modellen aus? Wo sind die Unterschiede und was ist gleich geblieben? Welche Gründe gab es, Änderungen vorzunehmen?
  2. Konntest du deine selbst gesetzte Frist einhalten oder sogar übertreffen? Wenn ja, super! Wenn nein, warum? Was waren die Gründe? Sei dabei ehrlich zu dir selbst. Halte die Gründe schriftlich fest.
  3. Welche Fehler hast du gemacht? Fehler sind perfekt, um zu lernen. Trenn dich von der Vorstellung, dass nur inkompetente Menschen Fehler machen. Versuch ein positives Mindset in Bezug auf Fehler aufzubauen. Versuch aus jedem Fehler etwas zu lernen. Das ist wichtig, um nicht immer wieder dieselben Fehler zu machen. Nimm dir genügend Zeit, um über die Fehler zu reflektieren. Im Übrigen kannst du durch einen Fehler auch eine sensationelle Entdeckung machen. Serendipitäten wie die Entdeckung von Penicillin oder Tesafilm haben der Welt nicht geschadet. Schau also genau hin, bevor du dein Ergebnis vorschnell als gescheitert bewertest.
  4. Du hast es durchgezogen. Es ist ein tolles Gefühl, ein Projekt abzuschließen. Da kannst du dir auch mal Zeit nehmen, um innezuhalten, bevor du das nächste Projekt angehst. Gönn dir ein bisschen Entspannung und lade deine Batterien auf.

Große und langfristige Projekte/Lebensprojekte

Natürlich wirst du mit dem Bau eines Vogelhauses nicht so viel Zufriedenheit erfahren, wie mit dem Bau eines Strandhauses an einer wunderschönen Küste. Die kleinen Projekte dienen im weitergefassten Sinne der Vorbereitung und Verinnerlichung erfolgreicher Strategien.

Für deine großen persönlichen Lebensziele brauchst du einen langen Atem. Bevor du diese Ziele angehst, solltest du dir gut überlegen, was du möchtest. Nur wenn du es mit vollem Herzen willst, wirst du es erreichen.

Sei dir auch bewusst, dass deine Lebenszeit nicht für alle erdenklichen Lebensprojekte ausreicht. Es ist möglich (manchmal auch zwingend notwendig), mehrere Projekte gleichzeitig zu führen. Sei dir aber bewusst, dass du irgendwo eine persönliche Grenze hast. Überschreite deinen Kompetenzrahmen nicht. Ein Burn-out würde dich Jahre zurückwerfen. Behandle dich selbst und natürlich auch andere fair.

Konkrete Strategie

Die Strategie an sich bleibt mit einer Ergänzung die Gleiche wie bei deinen kleineren Projekten. Auch hier visualisierst du zuerst alles und formst das große Bild deiner Vorstellung: das big picture. Anschließend wirst du dein Projekt allerdings auf verschiedene Teilprojekte herunterbrechen. Du unterteilst dein großes Projekt also in mehrere kleine Projekte.

Bildlich gesprochen: Stell dir vor, dein großes Projekt ist eine Perlenkette. Jede einzelne Perle, die du einfädelst, ist ein abgeschlossenes Teilprojekt. Sobald die letzte Perle eingefädelt wurde, wird dein Projekt dann als Perlenkette erkannt.

Baumeister Zufriedenheit

Bei jeder einzelnen Perle wendest du denselben Ablauf an wie bei einem kleinen Projekt. Du durchläufst also jedes Mal alle Punkte deiner Strategie (auch alle Punkte von Schritt fünf).

Für manche Teilprojekte mag dir das vielleicht unnötig vorkommen. Doch so kannst du kleine Fehler vermeiden, die sich unter Umständen als Rattenschwanz fortsetzen würden. Gerade am Anfang ist dieses gründliche Vorgehen deshalb besonders wichtig. Das Vorbereiten der eigentlichen Arbeit gehört zum Beispiel unbedingt dazu.

Ein Alltagsbeispiel:

Du willst eine Wand neu streichen. Hier geht es um das Abkleben, das Schützen des Bodens, das Bereitstellen von genügend Farbe, das Bereitstellen von Eimern und der richtigen Rollen.

Dafür kannst du dir auch Klarlisten anfertigen. So vergisst du nichts. Wenn du zu wenig Farbe hat, hast du den Salat. Und das alles gehört übrigens zu den Organisationskompetenzen.

Auch sehr komplexe Probleme können in mehrere kleine Probleme heruntergebrochen werden. Wenn du beharrlich ein Problem nach dem anderen löst, wirst du oder werden deine Nachfolger irgendwann eine Lösung finden. In der Theorie ist natürlich vieles einfacher vorstellbar als in der Praxis umsetzbar. Das sollte dich allerdings nicht daran hindern, auch größere Probleme anzugehen.

Quintessenz

Wie du siehst, kann man das Gefühl von Zufriedenheit nicht nur auf einem einzigen Weg erreichen. Es gibt mehrere Wege, die es zu entdecken gibt. Ganz klar ist aber, dass deine Zufriedenheit nach dem Erreichen von Zielen viel tiefgreifender ist, als das bei der Anhäufung von Besitz jemals möglich wäre.

Auf dem Weg zu deinem Ziel gibt es viele Durststrecken. Deswegen musst du Folgendes akzeptieren:

Das Gefühl von Zufriedenheit wird im Leben mal schwächer oder sogar gar nicht vorhanden sein. Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit, dieses Gefühl täglich zu haben. Es gibt gute Gründe, warum das so ist. Zum einem wird dieses Gefühl dadurch wertvoller. Zum anderem bringt es uns dazu, neue Dinge auszuprobieren, um erneut die Wonnen dieser Erfahrung zu erleben.

Goethe hat sich einst sinngemäß wie folgt geäußert: ,,Es gibt nichts Schlimmeres als eine Folge von schönen Tagen.“ Auch andere Gefühle wollen schließlich erlebt werden.

Verabschiede dich bitte von der Vorstellung, du könntest in deinem Leben nicht viel bewirken. Wenn du einen Fixstern hast, dann wirst du immer einen Grund haben, nach oben zu sehen. Noch nie gab es so viel Zugang zu Informationen und Werkzeugen, mit denen du deine Visionen verwirklichen kannst. Die Welt liegt in deinen Händen und wartet auf deine Ideen.

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Veröffentlicht von Chris

Ich bin so wie du. Ich möchte das Leben erleben und mit allen Farben dieser Welt gestalten. Ich möchte für mein Leben die volle Verantwortung tragen. Mein Ziel ist es einen Mehrwert für unsere Gesellschaft zu liefern. Freiheit sehe ich als oberstes Grundrecht.

3 Kommentare zu „Die Baumeister-Zufriedenheit(08)

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