Deine Vorteile beim ,,Nichts Wissen“ (11)

nichts Wissen

Nichts Wissen

Wer weiß, dass er nichts weiß, weiß mehr wer nicht weiß, dass er nichts weiß.

Was soll man mit so einer Aussage anfangen?

Ähnlich bekannt ist der Dunning Kruger Effekt:

Laien können nicht abschätzen, wie viel sie von einer Sache Bescheid wissen. Sie neigen dazu, ihr Wissen zu überschätzen. Experten schätzen ihr Wissen tendenziell niedriger ein.

Wir alle haben Themen, wo wir Experten sind, und Themen, bei denen wir nur oberflächliches Laien Wissen besitzen. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr groß, dass andere den Dunning Kruger Effekt bei uns entdecken. Keine Sorge, es ist absolut menschlich und kein Anzeichen für Versagen.

Lass es mich bildlich erklären:

Stelle dir vor du gehst mit Freunden in deiner Gegend wandern. In der Nähe von deinem Haus steht ein großer Hügel. Ihr besucht diesen Hügel und habt einen wundervollen Ausblick auf eure Stadt. Du siehst deine ehemalige Schule, die Kirche, dein Haus den Park. Alles Orte die du schon hundertmal besucht hast. Du kennst deine Gegend ziemlich gut, wie?

Lass uns mal den neuen Aussichtsturm etwas außerhalb von der Stadt besuchen, sagen deine Freunde. Gesagt getan. Nun seht ihr nur noch die Kirche und den Park. So kannst du ungefähr abschätzen wo dein Haus liegt. Aber was ist das für ein Hügel südlich von hier? Von dem hast du noch nie etwas gehört und gesehen. Da vorne ist ein See, den kennt ihr. Die gelbe Villa und die große Brücke sieht ihr nun auch zum ersten Mal. Es gibt wohl noch vieles zu entdecken, bis ihr alle Winkel eurer Stadt kennt.

Nächste Woche macht ihr eine Ballonfahrt. Danach wisst ihr noch mehr, wie viele Orte ihr nicht kennt.

Nach jeder Urlaubsreise wissen wir immer mehr, wie wenig wir von der Welt eigentlich gesehen haben. Deswegen können wir uns immer wieder aufs Neue darauf freuen.

Und so banal wie ich das hier dargestellt habe, ist es so mit den meisten Dingen. Je mehr man sich bei einer Sache hinein fuchst, desto mehr Türen öffnen sich.

Wäre das Leben ein Barkeeper, so würde er dir ein immer größeres Glas zum Austrinken auf den Tresen stellen. Prost

Was solls! Dann weiß ich halt nicht alles

Was wir wissen ist ein Sandkorn. Was wir nicht wissen ein Komet mit einer gigantischen Größe.

Manche Sandkörner sind größer als andere, aber wenn wir sie mit einem Komet vergleichen, ist der Größen Unterschied nicht mehr so auffallend.

Warum ist unser Wissen trotzdem nicht unbedeutend?

Wir Menschen haben gelernt unser Wissen zu teilen und weiterzugeben. Kommunikation untereinander war und ist einer der wichtigsten Überlebensstrategien des Menschen. Wenn Milliarden Sandkörner einen Teil ihres Wissens weitergeben, dann erreichen wir immerhin die Größe eines Strandes.

Wie kannst du Sokrates Weisheit, dir zu Nutze machen?

Zuallererst musst du akzeptieren, dass du nur wenig weißt. Das lässt einem das Ego nur schwer eingestehen. Es ist nicht gleich zu setzen, dass du dumm bist oder deine Fähigkeiten eingeschränkt sind.

Es bedeutet: Du bist dir deines Wissenstandes bewusst. Wenn du dich als Experte für eine Sache wahrnimmst, die du aber erst seit kurzer Zeit entdeckt hast, dann ist die Gefahr groß, dass du ein Laie bist.

Der Experte weiß, dass er nicht alles weiß. Der Laie hat von den Dingen noch nie gehört die der Experte nicht weiß. Der Experte holt sich Hilfe bei den Dingen, bei denen er sich nicht auskennt. Der Laie braucht keine Hilfe, denn er ist sich über seine Wissenslücken gar nicht im Klaren.

Je eher du akzeptierst, dass du dem Dunning Kruger Effekt unterliegst, desto weniger unterliegst du ihm.

So passiert es dir viel seltener, dass du als Laie Fehler machst. Du gehst die Dinge mit mehr Respekt an und fühlst dich gut, wenn du Hilfe annimmst.

Lass es mir dir durch ein Beispiel erklären:

Beispiel Vermögensaufbau:

Der Laie, der glaubt, dass er ein Experte ist:

Du hast 10 000 Euro zum Investieren und möchtest Einzelaktien kaufen. Du hast von der einen coolen Firmen gehört, die auch E-Autos herstellen, so wie das Tesla Unternehmen. Der einzige Unterschied: Dieses Unternehmen steht noch ganz am Anfang. Du ,,weißt“ wie viel Potential in der E-Mobilität liegt und so investierst du alles in diese Firma. Du setzt alles auf eine Karte, weil du den Erfolg von Tesla bereits gesehen hast. Du investierst alles, weil du ja ganz genau weißt, dass sich deine Investition in den nächsten Jahren verfünffacht.

Der Laie der weiß, dass er ein Laie ist:

Auch er hat von dem neuen Unternehmen gehört. Allerdings gibt er zu, dass er sich in diesen Markt nicht gut genug auskennt. Deshalb recherchiert er mehr und mehr. Die Unterschiede zu Tesla werden ihm immer klarer und so kann er die Chancen und Risiken zwischen beiden Unternehmen immer besser einschätzen. Der Laie kommt zu dem Schluss, dass dieses Unternehmen bisher stark unterbewertet ist. Es gibt Risiken für den Totalverlust. Aber auch die Chance für eine Verzehnfachung.

Der Laie investiert nur 1600 Euro in dieses Unternehmen. ,,Experten“ aus Youtube und dem Finanzblatt, sprechen dem Unternehmen eine glorreiche Zukunft zu.

Den Rest vom Geld investiert er in 7 weitere Unternehmen, die ebenfalls eine zuversichtliche Zukunftsaussicht haben.

Nach 5 Jahren haben sich die Aktien für das E-Auto Unternehmen verdoppelt. Zwei Unternehmen haben 10% Rendite gegeben. Ein Unternehmen steht 5% tiefer als vor fünf Jahren, ein Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Aber zwei Unternehmen konnten eine bessere Performance bringen. Eines brachte satte 500% und das andere sogar 1000%, ein sogenannter Tenbagger.

Der Laie, der glaubt, dass er ein Experte ist, konnte Bestätigung finden, weil er sein Kapital von 10 000 Euro auf 20 000 Euro steigern konnte.

Der Laie, der sich über seine Unwissenheit im Klaren war, musste zuallererst schmerzhaft erfahren, dass er einmal falsch investiert hat. Er hat aber vieles daraus lernen können. Er ist nun vorsichtig mit Unternehmen, die eine hohe Schuldenbelastung haben.

Aber trotzdem ist der Laie zufrieden: Er konnte sein Kapital von 10 000 Euro auf 25 040 Euro steigern.

Beide haben ein positives Ergebnis. Allerdings kann es auch so laufen, dass ersterer einen Totalverlust erleidet. Schlussendlich haben im zweiten Beispiel, zwei Aktien die Hauptrendite ausgemacht.

Für mich ist Diversifikation ein konkretes Beispiel wie man sich Sokrates Weisheit zu Nutze macht. Wer viel Geld hat aber nicht investiert, der geht davon aus, dass alle anderen Wertspeicher an Wert verlieren. Wenn man in die Vergangenheit zurückschaut, dann war das nicht der Fall. Stichworte dazu: Inflation, Niedrig und Negativzinsen, Währungsreform.

Welche Botschaften stecken außerdem in dieser Weisheit?

  1. Lebenslanges Lernen. Es gibt immer ein Detail mehr, dass du noch übersehen hast.
  2. Sei nicht arrogant mit dem was du bisher gelernt hast. Auch wenn du das größte Sandkorn auf unserem kleinen Strand bist.
  3. Mach dich nicht verrückt, wenn du nur einen kleinen Teil dieser Welt verstehst.
  4. Es wird dir nie langweilig werden. Habe Spaß dabei, neues zu entdecken.
  5. Es ist menschlich, Wissenslücken zu haben.

Wie könnte man gegen Sokrates Argumentieren

1.0 Ich weiß was ich weiß

Ich weiß, dass ich irgendetwas weiß. Wenn ich einen Stein nach oben werfen, dann sehe ich doch wie die Gravitation den Stein wieder nach unten zieht. Um es mal als ein Beispiel von vielen zu nennen. Nur weil ich nicht alles weiß, so heißt das doch noch lange nicht, dass ich nichts weiß.

2.0 Ausrede für Faulheit

Wie soll mich das Motivieren, wenn ich mir vorhalten muss, dass ich im Grunde gar nichts weiß.

3.0 Es gilt auch für Sokrates

Woher weiß Sokrates, dass er nichts weiß, wenn er doch nichts weiß? Und woher wissen dann andere, dass du nichts weißt, wenn sie doch selbst nichts wissen?

Quintessenz

Wir wissen nicht, was wir nicht wissen. Das hört sich so einfach an, dass es schon wieder blödsinnig klingt, wenn wir es laut aussprechen.

Der Spruch hat je nach Blickwinkel eine philosophische oder eine provokante Aussage. Ob diese Aussage auch nur deshalb entstanden ist, weil sie falsch übersetzt worden ist, das kann man auch nicht ausschließen. Ich finde es hat einen wahren Kern. Es gibt Momente im Leben, bei dem es einfach gut läuft und man einen Höhenflug bekommt. Jeder weiß, wie es dann endet, wenn man von selbst nicht wieder auf den Boden zurückfindet. So sehe ich es als Hilfe Bodenständig zu bleiben. Ich weiß: Ich habe die Weisheit nicht mit dem Löffel gefressen!

Wissen ist Macht und ja es stimmt: Wir Menschen haben uns in den letzten 3000 Jahren sehr viel Wissen aneignen können. So wie wir jetzt mehr Wissen als die Generationen vor uns, so werden die Generationen nach uns, enorm mehr Wissen als wir heute.

Wenn wir unser Wissen nicht überschätzen, dann überschätzen wir auch nicht unsere Macht. Angesichts der enormen Wissenslücken, die die gesamte Menschheit hat und noch sehr lange haben wird, sollten wir Menschen aufhören uns zu überschätzen und mehr Demut vor der Natur zeigen. Wir alle wissen wie Geschichten sonst enden.

Jetzt seid Ihr gefragt

Eure Gedanken sind im Kommentarfeld willkommen

Trifft Sokrates einen wahren Kern mit seiner Aussage, oder findet ihr, dass er einfach zu viel Freizeit hatte?

Buchempfehlung:

Für diejenigen die wissen wollen, wie man Gehirngerecht lernen kann, dem empfehle ich alle Bücher von Vera Birkenbihl. Von ihr sind auch sehr tolle Vorträge auf Youtube. Leider ist diese geniale Frau 2011 mit nur 65 Jahren verstorben.

Hier meine drei Lieblingsbücher von Vera Birkenbihl:

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Veröffentlicht von Chris

Ich bin so wie du. Ich möchte das Leben erleben und mit allen Farben dieser Welt gestalten. Ich möchte für mein Leben die volle Verantwortung tragen. Mein Ziel ist es einen Mehrwert für unsere Gesellschaft zu liefern. Freiheit sehe ich als oberstes Grundrecht. Mehr Beiträge anzeigen

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